Vorgehen bei der Texterörterung
 
 
 

 

 
Arbeitsschritte
Einzelheiten
1.
Erste Lektüre / Textverständnis
 
Ø Aktives Lesen
Ø Kerngedanken notieren / Denkschritte notieren
Ø ggf. Schaubild anfertigen
-          Stoffsammlung für die Stellungnahme (vgl. Notizen zur Grobeinschätzung, zur Argumenta-tion, Bewertung des Textes, s. Kopie)
 
2.
Strukturierende Inhaltsangabe
Ø Einleitung
Ø Klare Wiedergabe (nicht Wertung!) der Hauptthesen (Kerngedanken/Denkschritte) des Textes
o    Welche Aussagen werden hier vom Text „geliefert“?
o   Darstellung des gedanklichen Zusammenhangs!
 
3.
Erörterung des Gedankenganges
(= Auseinandersetzung mit dem Text)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ausweitung des Themas / eigene Ergänzungen
 
Zwei Möglichkeiten der Stellungnahme:
a)      bei weitgehender Ablehnung des Standpunktes des Autors bzw. der Textaussage:
 
Ø 1. Welchen Aussagen kann ich zustimmen?
o    Begründung, Beispiele (Textbelege)
Ø 2. Gefällt mir die Argumentationsweise? (Kritik I)
o    Sind Mängel an der Art der Argumentation festzustellen?
o    Unklarheiten? Unverständliche Argumente?
o    Behauptungen ohne Begründung?
o    Gedankensprünge? Unpassende Beispiele? usw.
Ø 3. Welche zentralen Thesen des Textes lehne ich ab? (Kritik II)
o    Eine eigene Gegenthese aufstellen, begründen und durch Beispiele untermauern!
 
b)     bei weitgehender Übereinstimmung mit dem Standpunkt des Autors bzw. der Textaussage:
 
Ø 1. Welche Aussagen des Textes lehne ich ab?
o    Begründung, Beispiele (Textbelege)
 
Ø 2. Zustimmung zu den zentralen Thesen des Textes darstellen
o    Begründung (konkret werden!), Beispiele, Textbelege
 
Ø Ergänzungen:
o   eigene Erfahrungen, eigene Kenntnisse,
o   was der Autor vergessen / unterschlagen hat
o   Ursachen, Konsequenzen, Lösungsvorschläge
 
4.
Schluss
Abschließende Beurteilung, z.B.
-          des Gesamttextes in seiner Argumentationsweise
-          der Aktualität des Themas,
-          der Aussageabsicht und Wirkung auf den Leser
-          des Zusammenhangs mit anderen Problemen
-          durch Aufstellen einer Prognose (...)

           
Darauf ist bei der Texterörterung zu achten:
 
Ø Bei der Textwiedergabe wird das Präsens verwendet.
 
Ø Sachlich-distanzierter Stil bei der strukturierten Inhaltsangabe
-          Verwendung des Konjunktivs / der indirekten Rede
-          Wiedergabe der Textaussage ohne Vermischung mit eigenen Wertungen (diese für den Schlussteil aufsparen!)
 
Ø Genauen Aufschluss über die Urheberschaft von Gedanken geben
-          z.B. durch Redewendungen wie „Der Autor behauptet, dass ...“ oder „Mir scheint, dass ...“
 
 
Ø Auf Ökonomie der Darstellung achten (nicht ausufern! Zusammenfassen!).
-          Unberechtigte Wiederholungen von Textaussagen vermeiden
-          Die Thesen des Textes nicht nur auflisten, sondern in ihrem sachlich-logischen Zusammenhang wiedergeben (Gedankensprünge vermeiden!)
 
Ø Textbelege (Seiten- und Zeilenangabe, ggf. Zitate) zu allen wichtigen Aussagen des Textes einbauen, z.B.:
-          Vgl. Z. 10ff. 
-          So behauptet er beispielsweise, dass „Autos als die größten Umweltsünder [...] betrachtet werden [müssten]“ (vgl. Z. 11-12).