Aufbau Gedichtanalyse

Erschließung und Interpretation von Gedichten
(Gesichtspunkte bei der Erstellung einer Gliederung)
 
1.     Einleitung: Einführende Überschau, sog. Basissatz
 
Titel und Thema bzw. Motiv des Gedichts; Dichter; Gedichtart; knappe Angabe des Inhalts bzw. des thematischen Rahmens (ohne Vorwegnahme von Deutungsergebnissen!) mit Deutungshypothese; zeitlicher Kontext etc.
 
2.       Hauptteil: Erschließung und Interpretation des Gedichts „...“ von ...
 
2.1       Inhalt und Aufbau
 
·      Inhalt und gedanklicher Aufbau (je nach Besonderheit des Gedichtes)
Ø strophenweise bzw.
Ø nach Sinnabschnitten (nach Versgruppen)
 
2.2       Form und Sprache
 
·      Gedichtform (z. B. Sonett)
·      Anzahl der Strophen
·      Verszahl des Gedichts bzw. der Strophen
·      Metrum
·      Rhythmus
·      Reimschema und Reimart
·      Kadenzen (Formen des Versausgangs: ein- oder zweisilbig bzw. männlich oder weiblich bzw. stumpf oder klingend)
·      Enjambements (Zeilensprünge)
 
·         Syntax (Satzbau)
·         Besonderheiten der Wortwahl; Schlüssel- bzw. Signalwörter
·         Besondere Stilmittel
·         Bilder, Metaphern, Vergleiche, Symbole, Chiffren
>> welche das Thema/ die Problematik verdeutlichen
 
2.3       Interpretation des Gedichts

            als Verdeutlichung der Wechselwirkung von Form und Inhalt / Gestalt und
            Gehalt
Die formalen, sprachlichen und inhaltlichen Aspekte können und dürfen im Aufsatz selber natürlich nicht so getrennt voneinander stehen, wie hier in der schematischen Übersicht. Alle drei Aspekte sind  Bestandteile des Gedichtes. So wird man formalen und sprachlichen Elementen immer auch eine inhaltliche Zuordnung geben, wie man auf der anderen Seite die inhaltliche Aussage nicht von der formalen und sprachlichen Ausgestaltung trennen kann.
 
2.4       Gesamtdeutung (als abschließendes Interpretationsergebnis)
 
3.         Schluss
 
·      Überprüfung der Deutungshypothese durch deren Gegenüberstellung zur knapp dargestellten Gesamtdeutung
·      Versuch einer (biographischen oder) literaturgeschichtlichen Einordnung bzw. Zuordnung zu geschichtlichen Ereignissen
·      Versuch einer kritischen Wertung (als persönliche Stellungnahme, aber ohne gönnerhaftes Urteil!)
·      Herausstellen der Allgemeingültigkeit / Überzeitlichkeit bzw. Zeitbezogenheit